Freitag, 18 Mai 2012
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Die Feuerspritze

  Allgemeines
       
  Feuerspritzen mit zwei Zylindern und einem entsprechenden Gestänge zur Betätigung derselben - wie wir sie vom Prinzip als Museumstücke noch vielfach finden können - sind schon vor unserer Zeitrechnung bekannt.
  Als Erfinder wird meist Ctesibius von Alexandrien, 250 Jahre vor Christus, benannt. Erwiesen ist, dass er eine Wasserhebemaschine (Pumpe) erfand, die analog den uns noch bekannten Feuer- oder Handdruckspritzen funktionierte. Sie war mit zwei Zylindern und Kolben ausgestattet, die über ein Hebelsystem betätigt wurden. Das Wasser aus den Zylindern wurde über Röhren in eine Schüssel (Sammelstück) und über einen Trichter (Oberteil des Sammelstückes) und eine Röhre abgeleitet. Klappenventile in den Zylindern und dem Sammelstück verhinderten ein Zurückfließen des Wassers. Da keine Vorrichtung zur Wasserabgabe, Strahlrohr oder ähnliches, beschrieben ist, wird vermutet, dass diese zuerst nur dem eigentlichen Wassertransport dienten.
  Erst circa 50 Jahre später beschrieb Hero von Alexandrien, ein Schüler von Ctesibius, die Pumpe mit einem fest montierten Mundstück (Wenderohr). Damit konnte das Wasser gezielt in alle Richtungen gespritzt werden. Ob damals schon ein ebenfalls beschriebener Windkessel - wie wir ihn von den uns bekannten Feuerspritzen kennen - zum Einsatz kam, wird vermutet, ist aber nicht mit Sicherheit nachgewiesen.
  Dieses Wissen um die Wasserhebemaschine oder Feuerspritze geriet wieder in Vergessenheit und wurde erst 1518 vom Augsburger Goldschmied Anton Platner wieder erfunden oder wieder entdeckt. Aufzeichnungen zu seiner Feuerspritze sind nicht vorhanden. Es wird aber davon ausgegangen, dass diese mit der von Hero von Alexandrien vergleichbar war.
  Wie man sich denken kann, war die Bedienung eine recht anstrengende Sache. Bei größerem Schadensfeuer wurden entsprechende Ersatzmannschaften benötigt. Deshalb war es üblich, dass die Spritzenmannschaft zumindest doppelt besetzt war.
     
     
Zweirädrige Feuerspritze (Handdruckspritze), eine sogenannte Abprotzspritze:
       
    Hersteller: "J.P. Lotter Glocken & Metallgiesserei" in BAMBERG, gegründet 1749.
Später "J.P. Lotter Glocken- u. Metall- Gießerei Θ Spritzen- u. Pumpen- Fabrik".
     
   
     
    Zweizylindrische Spritze mit einem Kolbendurchmesser von 3" (76,2 mm) und einem Kolbenhub von 6 21/32" (169 mm). Damit ergibt sich eine Wasserförderung von 7/256 cubikf. (0,77 l) pro Hub. Das dürfte bei frischer Spritzenmannschaft etwa 3 ½ cubikf./Min. oder etwa 100 l/min entsprochen haben. Baujahr 1897
    Der Vorteil von Abprotzspritzen wurde u.a. damit erklärt, dass diese im abgeprotzten Zustand einen besseren Stand haben, leichter an tief liegende Gewässer, durch enge Gassen, Durchgänge oder in Hinterhöfe - wenn dort z.B. Wasser zur Verfügung stand - oder sogar in das brennende Gebäude transportiert werden können. Wobei das letztere von so manchem Zeitgenossen als kritisch bzw. schwierig angesehen wurde.
    "Den angeblichen Nutzen, dass man solche Spritzen in jedes Haus und über Treppen hinaufbringen könne, wird kein Feuerwehrmann hoch anschlagen. Wenn die Spritze im Hause stünde, müsste auch das Wasser ins Haus getragen werden, während es doch einfacher ist, die Spritze außerhalb des Hauses zu placiren und mit dem Schlauch einzudringen"
(C. D. Magirus)

 

 

 
  Feuerspritze marschbereit  
     

 

 
  Feuerspritze im abgeprotzten Zustand, einsatzbereit  


 

  Quellen: C.D. Magirus
    diverse Internetseiten
     
 

Redigiert v. R.K.A. November 2011