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Jahresrückblick 2002

Geschrieben von Reiner Kugler am .

Jahreshauptversammlung Das Jahr 2002 war für die Freiwillige Feuerwehr Höchstadt a. d. Aisch ein Jahr voller eindrucksvoller Ereignisse.

Mit dem Paukenschlag eines schwierigen Einsatzes ging es bereits am 1. Januar los. Ein ausgedehnter Wohnungsbrand in der Adalbert-Stifter-Straße, bei dem wir den im Treppenhaus gestürzten Bewohner zunächst retten konnten und dann eine aufwändige Brandbekämpfung durchzuführen hatten. Zwar konnte der Brand rasch bekämpft werden, doch waren die Verletzungen des Mieters so stark, dass er trotz aller Bemühungen noch an der Einsatzstelle verstarb.

Wer hätte gedacht, dass wir den neuen Rüstwagen RW2 erst Anfang März nach Höchstadt holen konnten, obwohl er vom Aufbauhersteller schon Ende Dezember zur Abholung freigegeben war. Die Mängelliste der von uns durchgeführten Eigenabnahme war fast größer war als die Leistungsbeschreibung der Ausschreibung, so dass umfangreiche Nachbesserungen im Herstellerwerk nötig waren, was die verspätete Auslieferung begründete.

Wer hätte daran gedacht, dass wir nur kurze Zeit später, in einem Zeitraum, in dem übergangsweise zwei Rüstwagen zur Verfügung standen, zu so einem schweren Unfall fahren müssen, dass wir. trotz der neuesten und modernsten Technik wegen der Unfallschwere nichts mehr retten, sondern nur noch zwei Tote Autofahrer auf der Bundesstraße B 505 bergen konnten.

Wer hätte daran gedacht, dass wir auch im Jahr 2002 wieder einen Katastrophenschutzeinsatz außerhalb Bayerns fahren würden. Wir wurden zum Hochwasser an die Elbe gerufen wurden, sahen aber keinen Tropfen der großen Flut: Unsere Katastrophenschutzeinheit war am Flughafen Leipzig mit der taktischen Verteilung von 40 Millionen Sandsäcken ausgelastet.

Trotz aller technischen Hilfsmittel, die die Feuerwehr einsetzt, war es im letzten Jahr eine wichtige Lehre für uns, zu erkennen, dass nach einem Schadenfeuer die Technik einer Wärmebildkamera uns doch nicht alle Brandnester zeigen kann, so dass eine mehrstündige Brandwache auch heute noch zeitgemäß und berechtigt ist.

Im Berichtsjahr 2002 wurde die Freiwillige Feuerwehr Höchstadt bei 170 Einsätzen tätig. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 7 Prozent.


Insgesamt hatten wir 105 Einsätze in unserem Zuständigkeitsbereich, unterstützten 41 mal Nachbarfeuerwehren und fuhren 24 Einsätze auf der Autobahn A 3 und der Bundesstraße B 505.

Um einen Überblick über die Vielzahl der unterschiedlichen Einsätze zu geben, folgende Aufschlüsselung:

  • 60 Brandeinsätze entsprechen 35%
  • 92 Technische Hilfeleistungen entsprechen 55%
  • 6 Fehlalarme entsprechen 3%
  • 12 Sicherheitswachen entsprechen 7%
Bei den insgesamt 170 Einsätzen waren 3158 Feuerwehrdienstleistende 6642 Stunden im Einsatz.

Deutlich zeigt diese Aufstellung, dass der Anteil der Brandeinsätze über ein Drittel am gesamten Einsatzaufkommen beträgt. Diese Brandeinsätze der Feuerwehr Höchstadt teilen sich wie folgt auf:

  • 10 Brände bei Eintreffen der Feuerwehr bereits gelöscht
  • 4 Großbrände
  • 9 Mittelbrände
  • 23 Kleinbrände
  • 14 Brandmeldungen durch Brandmeldeanlagen
Insgesamt waren wir bei den Brandeinsätzen mit 1379 Einsatzkräften 1892 Stunden im Einsatz.

Bei den technischen Hilfeleistungen - hierzu zählen zum einem Personenrettung aus einer Gefahrenlage, zum anderen der Schutz von Sachwerten - verzeichneten wir im letzten Jahr insgesamt 92 Einsätze.

Gerade bei schweren Verkehrsunfällen werden wir immer wieder besonders gefordert. Schwerverletzte und Tote sind Eindrücke, die oft schwer zu verarbeiten sind. Dank der guten technischen Ausrüstung und unseres hohen Ausbildungsstandes konnten wir stets rasche und qualifizierte Hilfe leisten.

Im Berichtszeitraum wurden wir zu 22 Unfällen gerufen und haben dabei 22 Personen gerettet, in einigen Fällen konnten wir leider wegen der Unfallschwere nur noch Tote bergen.

Die sonstigen Hilfeleistungen wie z.B. Öffnen von Türen bei akuter Gefahr, Bekämpfung von Schadinsekten, Ölspuren, Sturmschäden, Unwetterschäden, Suche vermisster Personen, Beseitigung von Wasserschäden nach Rohr- und Schlauchbrüchen sowie andere freiwillige Tätigkeiten ergaben im Berichtsjahr 73 Einsätze.

Bei den 92 Technischen Hilfeleistungen waren insgesamt 1543 Feuerwehrdienstleistende 4123 Stunden im Einsatz.

6 Fehlalarme ergaben sich dadurch, dass die Feuerwehr Höchstadt böswillig gerufen wurde, dass sie alarmiert wurde, obwohl kein Einsatzgrund vorlag oder es sich um einen Irrtum des Meldenden handelte. Bei diesen Alarmierungen standen im Berichtsjahr 2001 insgesamt 122 Feuerwehrleute in Bereitschaft.

Die 12 Sicherheitswachen verlangten von 109 Feuerwehrdienstleistenden bei Veranstaltungen in der Aischtalhalle, bei Ralleys und Johannisfeuern insgesamt 500 Wachstunden.

Für die Einsatzbereitschaft und die gezeigten enormen Leistungen möchte ich mich bei allen aktiven Kameradinnen und Kameraden bedanken!

Um die Einsatzsatzaufgaben erfolgreich zu bewältigen, muss qualifizierte Ausbildung vorausgesetzt werden. Im letzten Jahr wurden hierzu insgesamt 48 Löschzugübungen und 2 Atemschutzgeräteträger-Übungen in Herzogenaurach durchgeführt.

Besonders wichtig waren auch die zusätzlich anberaumten Ausbildungsveranstaltungen am neuen Rüstwagen, um die Funktionsweise des Fahrzeugs und die neue Ausrüstung kennen zu lernen und zu beherrschen.

Hinzu kam 2002 die Ausbildung an der vom Landkreis beschafften Wärmebildkamera und die Weiterbildung unserer Chemikalienschutzanzugträger.

Zu den genannten meist praktischen Ausbildungsveranstaltungen kommt noch die monatliche theoretische Ausbildung hinzu, die im Jahr 2002 für alle Feuerwehrdienstleistenden unter anderem die theoretische Ausbildung für den Truppführer beinhaltete.

An Aus- und Fortbildungslehrgängen auf Landkreisebene und an den Staatlichen Feuerwehrschulen in Würzburg, Regensburg und Geretsried haben 18 Feuerwehrkameraden teilgenommen und alle besuchten Lehrgänge mit Erfolg abgeschlossen.

In 12 Dienstbesprechung der Gruppen- und Zugführer wurden mit 274 Tagesordnungspunkten die jeweils anstehende aktuelle Feuerwehrthemen abgehandelt und die Termine und Aktionen der Einsatzabteilung, des Spielmannszugs und des Feuerwehrvereins abgestimmt.

Für die Übernahme der älteren Jugendlichen in die aktive Mannschaft und zur Ausbildung neu eingetretener Feuerwehrkameraden wurde 2002 im KBM-Bereich Höchstadt wieder eine 70-stündige Truppmann-Grundausbildung durchgeführt, an der 8 Feuerwehrkameraden aus Höchstadt mit Erfolg teilnahmen.

Für die Mühe bei den Vorbereitungen und bei der Durchführung der Schulungen und Ausbildungsveranstaltungen bedanke ich mich bei allen Führungsdienstgraden. Ich hoffe, dass sie alle auch zukünftig weiterhin mit soviel Freude, Elan und Einsatzbereitschaft bei der Sache sind wie bisher.

Welche Bedeutung als Informationsquelle und überörtlicher Ausbildungsstandort die Feuerwehr Höchstadt und unser Feuerwehrhaus hat, zeigt die Tatsache, dass im letzten Jahr 9 Besuchergruppen geführt und Aus- und Fortbildungskurse mit zusammen 230 Teilnehmern hier durchgeführt wurden.

Zum Stichtag 31.Dezember 2002 sind 115 Feuerwehrdienstleistende Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Höchstadt, davon 12 Frauen. 16 Jugendliche bereiten sich in der Jugendfeuerwehr mit großem Eifer auf die sie erwartenden künftigen Aufgaben vor.

Im Berichtsjahr hatten wir aus persönliche Gründen 3 Austritte, dem standen erfreulicherweise 4 Neuaufnahmen gegenüber.

Die Freiwillige Feuerwehr ist eine Einrichtung der Stadt Höchstadt a.d. Aisch. Daher pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und den politischen Gremien. Auch im vergangenen Jahr war diese Zusammenarbeit größtenteils konstruktiv und wurde durch mehr als 28 schriftliche Vorgänge und unzählige Besprechungen belegt.

Ich möchte diese Versammlung auch nutzten, Dank zu sagen an alle Aktiven der Feuerwehr Höchstadt. Ein besonderer Dank gilt unseren Schichtarbeitern. Nur durch sie ist es gerade noch sichergestellt, dass wir bei Tagesalarmierungen in ausreichender Stärke ausrücken und helfen können.

Wir alle würden es begrüßen, wenn sie Herr Bürgermeister Brehm noch mehr auf Ihre Mitarbeiter z.B. des Bauhofs oder der Stadtverwaltung einwirken, damit auch diese aktiven Feuerwehrdienst in Höchstadt leisten. Sie könnten auch bei der Neubesetzung der Stellen darauf hinweisen, dass die Mitarbeit in der Feuerwehr dringend gewünscht wird, oder Sie sprechen uns von der Feuerwehr direkt an. Vielleicht würde der eine oder der andere Feuerwehrmann ja gerne bereit sein, seinen Arbeitsplatz zu wechseln.

Dass die Wartezeit auf Ausrüstungsgegenstände bei uns in Höchstadt immer mindestens 1 Jahr beträgt, will ich gar nicht anprangern. Ich habe ja ihre Zusage, dass ich sofort Ersatz beschaffen kann, wenn unsere Einsatzbereitschaft in Gefahr ist. Viel wichtiger ist es die bereits bekannten und mehrfach in Erinnerung gebrachten Anträge wichtiger Investitionen nicht aus den Augen zu verlieren und zügig zu verwirklichen, so etwa

  • Abluftabsauganlage in den Fahrzeughallen
  • Schaffung zusätzlicher Stellplätze
  • Ersatz des Tanklöschfahrzeug TLF 24/50

Für die 2001 bereits als Ersatz genehmigte Telefonanlage bleibt zu hoffen, dass sie im kommenden Jahr endlich realisiert werden kann.

Mit den Veranstaltungen zur 1000-Jahrfeier der Stadt Höchstadt kommt im Bereich der Brandsicherheitswachen und Bereitschaftsdienste eine große Aufgabe auf die Feuerwehr Höchstadt zu. Sicherlich erkennen auch sie, Herr Bürgermeister Brehm, an, dass im Jubiläumsjahr die Feuerwehr Höchstadt weit über das übliche Maß hinaus gefordert wird. Selbstverständlich werden wir unseren Beitrag zu diesem Jubiläumsjahr leisten, hoffen aber gleichzeitig auf entsprechende Anerkennung und Berücksichtigung unserer Anliegen.

Kameradinnen und Kameraden, die Zusammenarbeit mit jeder und jedem einzelnen von euch ist mir sehr wichtig!

Ich möchte an euch alle appellieren, gemeinsam an einem Strick zu ziehen, nämlich an dem Strick, an dessen Ende die bestmögliche Hilfe für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger steht.

Wo Menschen zusammenarbeiten, wo z.B. im Einsatz ein nicht immer demokratischer Führungsstil gepflegt werden kann, da kommt es auch zu Unstimmigkeiten, da passieren auch kleinere Fehler. Daher fordere ich euch auf, zusammen und vorwärtsgerichtet die auftretenden Probleme zu lösen. Wenn Ihr mit Entscheidungen von mir oder den Führungskräften nicht einverstanden seid, mault nicht hinter unserem Rücken. Positiv gemeinte Kritik ist es, die uns allen hilft.

Ich möchte mich abschließend bei euch allen für die geleisteten Dienste bedanken. Nur dadurch ist es möglich, die Freiwillige Feuerwehr Höchstadt zu führen und die an uns gestellten Aufgaben so erfolgreich zu meistern, wie dies auch im letzten Jahr gelungen ist.

Weiter so!

Reiner Kugler
Kommandant

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