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Jahresrückblick 2004

Geschrieben von Reiner Kugler am .

Jahreshauptversammlung Auch 2004 folgten wir stets getreu unserem Leitspruch „Retten - Löschen - Bergen und Schützen", um das Wohl unserer Mitbürger zu sichern.

Bei der Zusammenstellung des Jahresberichtes stellte ich mir die Frage, ob das Feuerwehrjahr 2004 ein besonderes war. Aus Sicht des Kommandanten der Feuerwehr Höchstadt kann ich sagen: „Es war ein normales Jahr".

Im abwehrenden Brandschutz und bei der technischen Hilfeleistung unterschiedlichster Art kann sich die Feuerwehr den Ereignissen nur entgegenstellen und versuchen, Menschenleben zu retten und den Schaden zu minimieren. Gegen die Ursachen des Schadens können wir oft nichts tun. Leider ist es immer häufiger der Mensch, der sorglos, ahnungslos oder fahrlässig handelt, und letztlich wenn es zum Einsatz kommt auch uns als Angehörige der Feuerwehr in Gefahr bringt.

Im Berichtsjahr 2004 wurde die Freiwillige Feuerwehr Höchstadt a. d. Aisch bei 135 Einsätzen tätig. In allen Fällen konnte fachgerechte Hilfe geleistet werden. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Minderung von 25 Einsätzen, was in erster Linie auf ausgebliebene größere Unwetterschäden zurück geführt werden kann.

Im zurückliegenden Jahr hatten wir 80 Einsätze im eigenen Zuständigkeitsbereich, unterstützten 40 mal Nachbarfeuerwehren und fuhren 15 Einsätze auf der Autobahn A3 und der Bundesstraße B 505.

Einen Überblick über die Vielzahl der unterschiedlichen Einsätze zeigt folgende Auswertung:

  • 59 Brandeinsätze entsprechen 44%
  • 64 Technische Hilfeleistungen entsprechen 48%
  • 0 Fehlalarme entsprechen 0%
  • 12 Sicherheitswachen entsprechen 8%

Bei den 135 Einsätzen waren 2580 Feuerwehrdienstleistende insgesamt 5127 Stunden im Einsatz.


Deutlich zeigt diese Aufstellung, dass die Brandeinsätze über 40% Anteil am gesamten Einsatzgeschehen haben. Diese Brandeinsätze der Feuerwehr Höchstadt teilen sich wie folgt auf:

  • 12 Brände bei Eintreffen der Feuerwehr bereits gelöscht
  • 4 Großbrände
  • 14 Mittelbrände
  • 29 Kleinbrände

Insgesamt waren wir bei den 59 Brandeinsätzen mit 1458 Einsatzkräften 2368 Stunden im Einsatz.

Gliedert man die Brände des vergangenen Jahres nach betroffenen Objekten, ergibt sich folgende Verteilung:

  • 13 Haushaltsgeräte, Kamine, Garagen und Öfen außer Kontrolle
  • 10 Mofa, Motorrad, Pkw und Lkw
  • 12 Ödland, Felder, Wälder und Wiesen
  • 12 Küchen, Wohnräume, Dachstühle und Lagerhallen

Obwohl hinter jedem auch noch so gering erscheinenden Einsatz für jeden Einzelnen oft ganz persönliche Erlebnisse stecken, bleiben im Besonderen große und folgenschwere Brände in Erinnerung:

So ein Brandeinsatz am 1. August 2004:

... in Lonnerstadt in der Nähe des Sportheimes. Aus noch unbekannter Ursache geriet eine Feldscheune mit 150 Strohballen in Brand. Bei Eintreffen der Kräfte waren bereits das Dach der Scheune sowie deren Tore völlig durchgebrannt. Als größte Schwierigkeit stellte sich die Wasserversorgung heraus, da sich keine leistungsfähigen Hydranten in der Nähe befinden. So musste der erste Löschangriff von den drei Höchstadter Tanklöschfahrzeugen versorgt werden. Zwischenzeitlich bauten die Wehren aus dem Umland eine Wasserversorgung von einer weitem entfernten Löschwasserbehälter auf, was einige Zeit in Anspruch nahm. Zeitgleich wurde ein Pendelverkehr mit den Tanklöschfahrzeugen eingerichtet und Wasser von Hydranten aus Lonnerstadt geholt.
Aufgrund des bei Eintreffen der Feuerwehrwehren schon weit fortgeschrittenen Brandes übernahm die FF Höchstadt die Sicherung der angebauten Gerätehalle und konnte diese auch vor Schaden bewahren. Mittels eines Radladers wurden die brennenden Strohballen auf ein angrenzendes Feld gebracht und dort abgelöscht. Die Löscharbeiten zogen sich noch bis nach 22:00 Uhr hin.

Einen Brandeinsatz wie er sich jedes Jahr 2 bis 3 mal ereignet, brachte uns der 1. Sept. 2004:

...Zimmerbrand in einem Einfamilienwohnhaus in Höchstadt. Nach vergeblichen Löschversuchen der Anwohner fanden die Kräfte der Feuerwehr Höchstadt eine Wohnküche im Vollbrand vor. Der Brand drohte bereits auf benachbarte Zimmer überzugreifen. Durch die starke Hitzeentwicklung begann die Zimmerdecke im angrenzenden Raum zu schmelzen und tropfte brennend ab. Eingesetzt wurden zwei Trupps, die unter umluftunabhängigem Atemschutz vorgingen. Dabei war ein Trupp zur Brandbekämpfung im Einsatz, ein zweiter Trupp suchte das darüber gelegene Stockwerk nach Personen ab und verhinderte die Brandausweitung. Nach den Löscharbeiten, bei denen ein Feuerwehrmann leichte Verletzungen erlitt, wurde der brandbeaufschlagte Raum mit der Wärmebildkamera des Landkreises, die zeitaufwändig aus Baiersdorf nachgefordert werden muss, nach noch vorhandenen Glutnestern durchsucht.

Bedauerlich für uns als Feuerwehrleute: Die Berichte unserer Medien nennen stets sehr ausführlich die Schadensumme von Bränden - der Werterhalt durch unser Eingreifen wird als selbstverständlich angenommen und leider nur selten erwähnt.

Bei den technischen Hilfeleistungen - hierzu zählen zum einem die Personenrettung aus einer Gefahrenlage, zum anderen der Schutz von Sachwerten - verzeichneten wir im letzten Jahr insgesamt 64 Einsätze.

Gerade bei schweren Verkehrsunfällen werden wir besonders gefordert. Schwerverletzte und Tote sind Eindrücke, die oft schwer zu verarbeiten sind. Dank der guten technischen Ausrüstung und dank unseres hohen Ausbildungsstandes konnten wir auch hier stets rasche Hilfe leisten.

2004 wurden wir zu 13 Unfällen gerufen und haben dabei 17 Personen gerettet, in einigen Fällen konnten wir leider wegen der Unfallschwere nur noch Tote bergen. Zweimal wurden wir zu Unfällen gerufen, bei denen Personen in Maschinen eingeklemmt waren und von uns befreit werden konnten.

Über die Details der Einsätze zur technischen Hilfeleistung könnte man stundenlang berichten, ich möchte an dieser Stelle nur einige besondere Einsatzfälle herausgreifen:

Am zweiten und dritten März hatten wir innerhalb von 24 Stunden drei Alarmierungen zur Personenrettung nach Verkehrsunfällen. Es begann alles am 2. März um 6:50 Uhr. Unser erstes Einsatzstichwort war „Personenrettung - Pkw im Weiher"

... zwischen Großneuses und Boxbrunn auf der Staatsstraße 2263. Ein aus Richtung Herzogenaurach kommender PKW kam vermutlich aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse nach rechts von der Fahrbahn ab. Eine an dieser Stelle beginnende Leitplanke führte dazu, dass der PKW sich überschlug und kopfüber in einem fast zugefrorenen Weiher liegen blieb. Der Fahrer, welcher mit dem Kopf unter Wasser war, wurde durch einen Ersthelfer aus seinem Fahrzeug befreit und vom Rettungsdienst versorgt. Die Kräfte der Feuerwehr Höchstadt bargen das Fahrzeug mit der Drehleiter aus dem Weiher.

Nach einem Tag im Beruf für die meisten von uns folgte um 20 Uhr unsere Ausbildungsveranstaltung, und schon um 23:11 Uhr kam die nächste Alarmmeldung „Verkehrsunfall mit Lkw auf der Autobahn, Höhe Steigerwald, Richtung Würzburg"

... auf der BAB A3 auf Höhe der Rastanlage Steigerwald Nord. Ein LKW war nahezu ungebremst auf ein Stauende aufgefahren und hatte zwei weitere LKW ineinander geschoben. Der Fahrer des aufgefahrenen LKW wurde im stark deformierten Führerhaus eingeklemmt. Schon die Anfahrt zur Einsatzstelle stellte sich als äußerst problematisch heraus, da die Autobahn und die Raststätte völlig vom Verkehr verstopft waren und keine Gasse für Feuerwehr und Rettungsdienst gebildet wurde. Gemeinsam mit der Feuerwehr Schlüsselfeld wurde die Personenrettung durchgeführt. Die Kameraden aus Schlüsselfeld wurden ebenfalls kurz zuvor zu einem Verkehrsunfall auf der Gegenfahrbahn gerufen. Dort war ein LKW umgestürzt und blockierte sämtliche Richtungsfahrbahnen. Die Aufräumungsarbeiten zogen sich noch bis drei Uhr in der Frühe hin.

Nach dem Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft unserer Fahrzeuge wollten wir noch eine kurze Nachbesprechung halten, doch dazu kam es nicht. Sage und schreibe nur 42 Minuten später wurden wir schon wieder zu einem Unfall auf die A3 gerufen – der dritte Einsatz dieses Tages

... auf der BAB A3 in Fahrtrichtung Nürnberg bei km 366 war ein Kleintransporter auf ein LKW-Heck aufgeprallt. Der Aufprall war so stark, dass der Fahrer dabei wahrscheinlich sofort getötet wurde. Der gleichzeitig mit der Feuerwehr eintreffende Notarzt bestätigte die Vermutung. So begann die Personenbergung in Absprache mit der Polizei erst nach Aufnahme aller für die Rekonstruktion des Unfallherganges relevanten Daten. Zur Bergung der eingeklemmten Person wurde erst das Fahrzeug mittels Seilwinde vom LKW-Auflieger getrennt. Um anschließend den Leichnam aus dem Wrack zu bergen wurde nahezu sämtliches Material unseres Rüstwagens eingesetzt. Schließlich musste an der Unfallstelle noch eine ca. 250 m lange hartnäckige Ölspur abgebunden und aufgenommen werden. So zogen sich die Arbeiten der Feuerwehr Höchstadt bis 7:30 Uhr hin.

Ein Einsatzschwerpunkt im Jahr 2004 war die Staatsstraße 2263 von Höchstadt nach Pommersfelden. Hier ereigneten sich gleich drei schwere Verkehrsunfälle, die eine Personenrettung erforderten.

Zum einen gab es den Einsatz am 14. März bei dem wir einen Pkw-Fahrer befreiten. Ein weiterer Einsatz fand am 30. Mai statt, bei diesem befreiten wir eine Person aus ihrem völlig zerstörten Pkw und versorgten vier Schwerstverletzte bis zum Eintreffen des Rettungsdienstpersonals an der Einsatzstelle. Der schlimmste Einsatz des letzten Jahres auf dieser Straße fand am 7. Dezember statt. Zusammen mit der Feuerwehr aus Steppach mussten wir einen Lkw-Fahrer aus seinem Fahrzeug befreien und den zweiten Unfallbeteiligten leider tot unter seinem Kleintransporter bergen. Auch hierbei war unser Feuerwehrseelsorger zusammen mit der Polizei unterwegs um den Angehörigen die traurige Todesnachricht zu überbringen.

Ich hoffe, dass hier die Polizei und Straßenbaulastträger reagieren, um in den kommenden Jahren diesen Straßenabschnitt nicht wieder zum Unfallschwerpunkt werden zu lassen.

Die sonstigen Hilfeleistungen wie z. b. Türen öffnen, Gebäude verschließen, Ölspuren, Sturmschäden, Unwetterschäden, Wasserschäden nach Rohr- und Schlauchbrüchen sowie andere freiwillige Tätigkeiten ergaben im Berichtsjahr 51 Einsätze.

Bei den 64 Technischen Hilfeleistungen waren insgesamt 1014 Feuerwehrdienstleistende 1647 Stunden im Einsatz.

9 Sicherheitswachen verlangten von 105 Feuerwehrdienstleistenden bei Veranstaltungen in der Aischtalhalle, beim Festival „Young & Free" und bei Johannisfeuern insgesamt 1109 Wachstunden.

Für die Einsatzbereitschaft und die gezeigten, enormen Leistungen möchte ich mich bei allen aktiven Kameradinnen und Kameraden bedanken!

Um die Einsatzsatzaufgaben erfolgreich zu bewältigen, muss qualifizierte Ausbildung vorausgesetzt werden. Im letzten Jahr wurden hierzu insgesamt 48 Löschzugübungen und mehrere Atemschutzgeräteträger-Übungen in Herzogenaurach durchgeführt.

Eine größere Einsatz-Übung zur Feuerwehr-Aktionswoche mit der BRK-Kolonne Höchstadt wurde am und im Freibad und im Eisstadion von Höchstadt durchgeführt.

Über die Sonderausbildung Atemschutz, Wärmebildkamera, Hitzeschutzkleidung und Überdruckbelüftung berichtet der Atemschutzbeauftragte der Feuerwehr Höchstadt, Markus Emmerich (siehe Anlage).

Zu den genannten praktischen Ausbildungsveranstaltungen kommt noch die monatliche theoretische Ausbildung hinzu, sie enthielt im Jahr 2004 für alle Feuerwehrdienstleistenden neben anderen Fachthemen die theoretische Ausbildung für den Truppmann Teil 2.

An Ausbildungslehrgängen auf Landkreisebene und an den Staatlichen Feuerwehrschulen in Würzburg, Regensburg, und Geretsried haben 15 Feuerwehrkameraden teilgenommen und alle besuchten 22 Lehrgänge mit Erfolg abgeschlossen.

In 12 Dienstbesprechungen der Gruppen- und Zugführer wurden mit 323 Tagesordnungspunkten die jeweils anstehenden aktuellen Feuerwehrthemen durchgesprochen und die Termine mit Aktionen der Einsatzabteilung, des Spielmannszugs und des Feuerwehrvereins abgestimmt.

Für die Übernahme der älteren Jugendlichen in die aktive Mannschaft und zur Ausbildung neu eingetretener Feuerwehrkameraden wurde 2004 im Kreisbrandmeister-Bereich Höchstadt eine 70-stündige Truppmann-Grundausbildung durchgeführt, an der 3 Feuerwehrkameraden aus Höchstadt mit Erfolg teilnahmen.

Für die Bemühungen bei den Vorbereitungen, der Durchführung der Schulungen und Übungen bedanke ich mich bei allen Führungsdienstgraden. Ich hoffe, dass sie alle auch zukünftig weiterhin mit soviel Freude, Elan und Einsatzbereitschaft bei der Sache sind, wie bisher.

Nach der Vorgabe unseres Dienstplans soll jeder Aktive an mindestens 60 Übungsstunden jährlich teilnehmen. Durch Sonderausbildungen, Übungsvorbereitungen und anderen zusätzlichen Feuerwehrdiensten werden nochmals im Schnitt 40 Stunden von jedem Aktiven erbracht. Vergleicht man die geleisteten Einsatzstunden mit der erforderlichen Ausbildungszeit, so zeigt sich, dass eine Einsatzstunde allein zwei Stunden Vorbereitung benötigt.

Insgesamt erbrachte die Freiwillige Feuerwehr Höchstadt im Jahr 2004 so Dienstleistungen mit einem Gesamtvolumen von 15.400 Stunden – freiwillig, unentgeltlich und ehrenamtlich!

Welche Bedeutung als Informationszentrum und überörtlicher Ausbildungsstandort die Feuerwehr Höchstadt und unser Feuerwehrhaus hat, zeigt die Tatsache, dass im Jahr 2004 insgesamt 12 Besuchergruppen geführt und Aus- und Fortbildungskurse mit zusammen 245 Teilnehmern hier durchgeführt wurden.

Zum Stichtag 31.Dezember 2004 verrichten 109 Feuerwehrdienstleistende bei der Freiwilligen Feuerwehr Höchstadt aktiven Dienst, darunter sind 11 Frauen. 12 Jugendliche bereiten sich mit großen Eifer in der Jugendfeuerwehr auf die sie erwartenden Aufgaben vor.

Im Berichtsjahr hatten wir aus persönlichen Gründen oder wegen Erreichens der Altersgrenze 16 Austritte aus der Einsatzabteilung, dem standen erfreulicherweise 6 Neuaufnahmen gegenüber. Die hohe Zahl an Aktiven, die wegen Erreichens der Altersgrenze aus dem Feuerwehrdienst ausscheiden und die geringer werdende Zahl an Neuaufnahmen, ist eine der negativen Auswirkungen der demografischen Bevölkerungsentwicklung, die wir zu spüren bekommen.

Unser Aufgabenfeld wird ausschließlich in ehrenamtlicher Tätigkeit ausgeführt. Die soziale Gesinnung jedes einzelnen von uns, Hilfe für andere freiwillig und jederzeit zu erbringen, wird von den politischen Gremien unserer Stadt allseits auf das herzlichste begrüßt. Die notwendige Unterstützung der Feuerwehr, die zur Erfüllung ihrer Aufgaben zeitgemäßes Gerät benötigt, um Hilfe zu erbringen, scheitert aber mitunter am Willen unseres Stadtrates, die erforderlichen finanziellen Mittel bereitzustellen – obwohl es sich um eine Pflichtaufgabe der Gemeinde handelt!

Die von der Feuerwehr Höchstadt vorgeschlagene Regelung der Mannschaftsstärke von Sicherheitswachen bei der Sondernutzung der Aischtalhalle wurde zwar nicht im vollem Umfang übernommen, zeige aber trotzdem, dass sich der Stadtrat hier endlich einem seit Jahren anstehenden Problem stellte. Bei der Umsetzung durch die beauftragten Stellen der Stadtverwaltung erwarten wir als Feuerwehr allerdings noch eine bessere Handhabung.

Positiv hat die Feuerwehr Höchstadt aufgenommen, dass der für die Erfüllung unserer von der Gemeinde übertragenen Aufgaben dringend benötigte große Transportanhänger durch eine vorzeitige Mittelfreigabe angeschafft werden kann. Der Anhänger ist eine Ersatzbeschaffung für ein verschlissenes Altfahrzeug.

Für die FF Höchstadt ist es wichtig, zu wissen, wie der Finanzplan für Investitionen im Feuerwehrbereich für die nächsten Jahre aussieht. Wir fordern die Damen und Herren aus dem Stadtrat auf, hierzu ein deutliches Zeichen zu setzen und den aufmunternden Worten für die Feuerwehr Höchstadt auch Taten folgen zu lassen.

Politiker sprechen – zu Recht - die schwierige Haushaltssituation an, die sicherlich jedem Bürger bekannt ist und sicherlich auch Opfer notwendig macht. Allerdings soll es auch – so hört man - Politiker geben, die mitunter auch davon sprechen, dass auch für die freiwilligen Feuerwehren nicht mehr jeder Wunsch in Erfüllung gehen kann.

Solche Aussagen können nicht unkommentiert bleiben: Die Feuerwehr als solche hat keine Wünsche! Sie ist ein Zusammenschluss freier Bürger, die im Rahmen der kommunalen Verwaltung die Aufgabe übernommen haben, Mitbürger und auch sich selbst vor Unheil und Schäden aller Art zu schützen. Diese Aufgabe ist auch detailliert vom Gesetzgeber so formuliert und stellt nicht ohne Grund eine Pflichtaufgabe der Gemeinde dar.

Zu definieren, wie dieser Schutz im Detail aussehen soll und unter welchen Rahmenbedingungen schnelle Hilfe geleistet werden kann, ist Aufgabe der Politik und damit der gewählten Volksvertreter und somit letztendlich eine freie Entscheidung aller Bürger. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass eine Feuerwehr aber eben nur so schlagkräftig ist, wie dies von der Mehrheit der Bürger gewünscht wird und wie viel Geld hierfür von der jeweiligen Kommune zur Verfügung gestellt wird.

Es gilt wie immer im Leben, die Kosten und den Nutzen abzuwägen: Wird ein hoher Schutz und schnelle Hilfe gewünscht, müssen hierfür die Rahmenbedingungen geschaffen und seitens der Bürger die erforderlichen Mittel bereit gestellt werden. Dies zu vermitteln ist Aufgabe der Politik, da diese einen besseren Überblick haben sollte als der ,,Normalbürger". Aus Sicht der Feuerwehr allerdings geschieht dies nicht immer im erforderlichen Ausmaß.

Auf keinen Fall ist die Feuerwehr Selbstzweck. Und die Feuerwehr dient auch nicht dem Vergnügen ihrer Mitglieder - anders zum Beispiel in einem Sportverein, der auch Wünsche haben darf. Wenn dessen Mitglieder wünschen, dass die Mannschaft in einer höheren Liga spielen soll, ist es unter Umständen erforderlich, für die Mannschaft bessere Spieler zu engagieren oder der Mannschaft besseres Sportgerät zur Verfügung zu stellen, das dann entsprechend der finanziellen Lage aus Vereinsmitteln durch den Vorstand beschafft wird.

Bei der Feuerwehr ist das im Grunde sogar ähnlich: Der „Verein" nennt sich Staat oder „Gemeinde", Mitglieder sind alle Bürger, der „Vorstand" besteht aus den Politikern, die „Mannschaft" ist die Feuerwehr, die „Liga" ist der Schutzgrad, den sich die Mehrheit der Bürger wünscht, und das Gerät wird aus Steuermitteln finanziert.

Ein Vorstand hat aber auch die Aufgabe, seinen Mitgliedern zu erklären, welche Leistung wie viel kostet und was mit welchen Mitteln zu leisten oder eben nicht zu leisten ist.

Es ist daher nicht in Ordnung, wenn die Frauen und Männer der Feuerwehr, die freiwillig ihre Arbeits- und Freizeit und manchmal sogar ihre Gesundheit für ihre Mitbürger kostenlos aufs Spiel setzen. als eine selbstherrliche Gruppe dargestellt wird, die nur aus Selbstzweck gerne mit modernen roten Fahrzeugen durch die Gegend fährt.

Die Mehrheit der Bürger wünscht sich einen sehr hohen Schutzgrad und an die Gewährleistung schneller und wirksamer Hilfe werden hohe Erwartungen gestellt. Diesen Erwartungen kann nur bei Bereitstellung der erforderlichen Mittel, sowohl in technischer als auch in personeller Hinsicht, entsprochen werden. Diese Mittel bereit zu stellen, ist Aufgabe der Politik und nicht der Feuerwehr.

Und hier schließt sich der Kreis: Die Feuerwehr hat nur die Wünsche, die die Bürger an deren Leistungsfähigkeit stellen. Ansonsten muss von Bedarf gesprochen werden. Und diesen Bedarf immer als Wünsche hinzustellen, fördert nicht gerade die Motivation der Kameraden. Dabei ist die Motivation der Feuerwehrmitglieder gerade in der heutigen Zeit noch eines der Pfunde, mit denen wir wuchern können.

15.400 Stunden Ehrenamt im letzten Jahr sind wohl der eindeutige Beweis für diese Motivation.

Geht die Motivation irgendwann spürbar zurück, sinkt die Zahl der freiwilligen Kräfte. Die entstehenden Personallücken ließen sich nur mit erheblichem finanziellem Aufwand schließen. Entweder müssen hauptamtliche Kräfte eingestellt werden oder leistungsfähigere Geräte beschafft werden. Letztlich würden die Ausgaben für die Feuerwehr also steigen. Das Gegenteil vom gewünschten Effekt würde eintreten. Insofern sollten Politiker und auch Medienvertreter genau überlegen, ob sie wirklich das aussagen, was sie aussagen wollen, wenn das nächste Mal ein „Wunsch der Feuerwehr in Erfüllung geht".

Deshalb erinnere ich erneut an die Notwendigkeit, sich intensiv mit den anstehenden Ersatzbeschaffungen von Geräten, Ausrüstungen und Fahrzeugen zu befassen und entsprechende Mittel bereitzustellen.

Kurz- und mittelfristig sind dies folgende dringend notwendigen Beschaffungen:

  • Installation einer Abgasabsauganlage in der Fahrzeughalle, um die Bedingungen der Arbeitsstättenverordnung zu erfüllen und die gesundheitsschädlichen Dieselrußemissionen endlich aus der Fahrzeughalle, in der wir auch unsere Schutzkleidung aufbewahren müssen, zu verbannen
  • Erweiterung der Stellplätze für die Fahrzeuge der Feuerwehr Höchstadt, um die Fahrzeuge unfallsicher unterbringen zu können
  • Zügige Weiterbearbeitung der Ersatzbeschaffung für das Tanklöschfahrzeug TLF 24/50

Weiter ist es erforderlich, eine Planungsgrundlage für die Ersatzbeschaffung aller in die Jahre gekommenen Fahrzeuge der Feuerwehr Höchstadt und der Ortsteilfeuerwehren zu schaffen. Als Grundlage sollte man sich hier am Prüfbericht des im Jahr 2004 durchgeführten Technischen Prüfdienstes der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg orientieren und frühzeitig das Gespräch mit den Fachleuten der Feuerwehr suchen.

Man kann sicher sein, dass wir in der Feuerwehr sehr sorgfältig prüfen, was zur Erfüllung der uns von der Gemeinde übertragenen Aufgaben notwendig ist und worauf wir ohne Einbußen an Leistungsfähigkeit verzichten können.

Es dürfte aber für jedermann leicht nachvollziehbar sein, dass die Feuerwehr ihrem Einsatzauftrag nicht gerecht werden kann, wenn der Fuhrpark überaltert und die Fahrzeuge nicht mehr mit absoluter Zuverlässigkeit einsatzbereit sind. Bedenkt man, dass von der Ausschreibung zur Beschaffung bis zur Auslieferung und Indienststellung eines Feuerwehrfahrzeugs etwa 18 Monate vergehen, muss rechtzeitig mit der Ersatzbeschaffung begonnen werden! Schöne Reden helfen uns hier nicht weiter.

Die Freiwillige Feuerwehr ist eine Einrichtung der Stadt Höchstadt a.d. Aisch. Daher pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und den politischen Gremien. Auch im vergangenen Jahr war diese Zusammenarbeit größtenteils konstruktiv und wurde durch mehr als 42 schriftliche Vorgänge und unzählige Besprechungen belegt.

Kameradinnen und Kameraden, die Zusammenarbeit mit jedem einzelnen von euch ist mir wichtig! Ich möchte an euch alle appellieren, gemeinsam an einem Strick und in die gleiche Richtung zu ziehen, nämlich an dem Strick, an dessen Ende die bestmögliche Hilfe für unsere Mitbürger steht.

Wo Menschen zusammenarbeiten, wo z.B. im Einsatz ein nicht immer demokratischer Führungsstil gepflegt werden kann, da kommt es auch zu Unstimmigkeiten, da passieren auch Fehler. Daher fordere ich euch auf, zusammen und vorwärtsgerichtet die auftretenden Probleme zu lösen. Wenn Ihr mit Entscheidungen von mir oder den Führungskräften nicht einverstanden seid, mault nicht hinter unserem Rücken sondern sprecht uns direkt an. Positiv gemeinte Kritik ist es, die uns allen hilft.

Ich möchte mich abschließend bei euch allen für die geleisteten Dienste bedanken. Nur dadurch ist es möglich, die Freiwillige Feuerwehr Höchstadt zu führen und die an uns gestellten Aufgaben zu meistern.

Weiter so!

Reiner Kugler
Kommandant

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