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Neue Truppführer schreiben Geschichte

Geschrieben von KBM Stefan Brunner, Pressestelle KFV ERH e.V. am .

Ausbildung Höchstadt a.d.Aisch (DB5). Erstmals unterzogen sich im Landkreis Erlangen-Höchstadt junge Feuerwehr-Nachwuchskräfte der Truppführer-Prüfung nach dem Konzept der vor zwei Jahren hier als bayerischem Pilotprojekt begonnenen Modularen Truppmannausbildung.

In einer schriftlichen sowie einer praktischen Prüfung hatten sie auch allerhand unvorhersehbare Aufgaben zu bewältigen, bevor sie die Teilnehmerurkunden endlich in den Händen halten durften, die sie nun zu weiterführenden Lehrgängen an den Staatlichen Feuerwehrschulen und im Landkreis selbst befähigen.

Der Leiter der Ausbildungsinspektion des Landkreises, KBI Manfred Schattan, begrüßte die 16 angehenden Einsatzkräfte im Lehrsaal des Feuerwehrgerätehauses in Höchstadt und stellte ihnen das Schiedsrichtergespann, KBM Jürgen Schwab (Röttenbach), KBM Roland Kauppert (Wachenroth), KBM Stefan Brunner (Baiersdorf) und Jürgen Völlner (Höchstadt) vor.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie zunächst 110 Stunden für die Zwischenprüfung im vergangenen Jahr gebüffelt und geübt, an die sich ein einjähriges Praktikum in den Heimatwehren angeschlossen hatte, in dem sie erste Übungs-und Einsatzerfahrung außerhalb des Gefahrenbereichs sammeln konnten. In den letzten Wochen wurde nun nochmals gemeinsam die „Schulbank“ gedrückt und geübt, so dass die 2 jungen Damen und 14 jungen Männer aus den Feuerwehren Förtschwind-Greuth, Höchstadt/Aisch, Medbach-Kieferndorf und Saltendorf-Bösenbechhofen nunmehr fit für die Abschlussprüfung nach den neuen Richtlinien waren.

Dass sie ihre Ausrüstung kennen und das richtige Vorgehen beherrschen mussten, wurde nach dem schriftlichen Teil dann bei der praktischen Prüfung als selbstverständlich vorausgesetzt. Nachdem sie künftig selbstständig arbeiten müssen, lag der Schwerpunkt dieses Mal nämlich auf der Kommunikation per Funk inklusive aussagekräftiger Lage- und Rückmeldungen an den Gruppenführer, das selbständige Erkennen von Gefahren und die folgerichtige Reaktion darauf sowie adäquate Handlungsweisen bei plötzlich auftretenden Problemen, die von den Schiedsrichtern überraschend und unangekündigt eingespielt wurden.

Ihr Handwerk mussten die Prüflinge zuerst bei verschiedenen Truppübungen beweisen, wo zum einen die Sicherstellung der Wasserversorgung für die Einsatzstelle, die Vornahme von C-Rohren, der sichere Umgang mit tragbaren Leitern sowie das Vorgehen bei einer Menschenrettung von einem Balkon bewertet wurden. Im Anschluss standen mehrere Löschangriffe an, die jeweils in Gruppenstärke vorgetragen werden mussten. Hier wurde der Brand eines Containers angenommen, neben dem eine Gasflasche zu explodieren drohte. Dabei musste nicht nur an den Eigenschutz gedacht, sondern auch auf etliche besondere, plötzlich eintretende Umstände richtig reagiert werden. So war beispielsweise der für die Wasserversorgung angeordnete Hydrant zugeparkt, ein PKW-Fahrer und ein Radfahrer hielten sich nicht an die Absperrung und stand plötzlich mit ihren Fahrzeugen mitten in der Einsatzstelle, ein Vater wollte mit seinem Kind möglichst vorne dran stehen oder ein Pressevertreter „belagerte“ den Angriffstrupp. Ein Mitarbeiter des vom angenommenen Brand betroffenen Unternehmens versuchte zuletzt dann auch selbst, das Feuer mit einem Gartenschlauch zu bekämpfen und brachte sich dabei „in Lebensgefahr“: Alles Situationen, wie sie von den Feuerwehren immer wieder an Einsatzstellen zusätzlich zu eigentlichen Arbeit bewältigt werden müssen, ohne sich aus dem Konzept bringen zu lassen.

Die Schiedsrichter beobachteten die Prüflinge, ihre Arbeit und ihre Reaktionen dabei auf´s Genaueste und sparten bei den anschließenden Nachbesprechungen weder mit Lob noch mit konstruktiver Kritik. KBI Manfred Schattan hatte dabei seinerseits einen prüfenden Blick auf die Wertungsrichter, die diesen neuartigen Lehrgangsabschluss ebenfalls zum ersten Mal bewerten mussten. Und genauso, wie sich die frischgebackenen Truppführer/-innen dann vor der Zeugnisübergabe noch über den ein oder anderen guten Tipp freuen konnten, der für die künftige Einsatztätigkeit durchaus von Bedeutung ist, bekamen auch die Prüfer ein dickes Lob für ihre Arbeit, die sie ebenso konsequent wie auch mit viel Fingerspitzengefühl erledigt hatten.

Mit einem gemeinsamen Mittagessen klang der für alle Beteiligten sehr erfreuliche Vormittag dann aus.

Wir gratulieren herzlich: Christina Firnkäs, Irene Tohol, Martin Arneth, Julian Constien, Bastian Dorsch, Richard Dorsch, Florian Dürrbeck, Dominik Geyer, Bernd Herberger, Frank Herberger, Ralph Herberger, Christoph Lober, Sebastian Lorz, Michael Ort, Marco Sperlein, Richard Dorsch und Bernd Zimmermann



 

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