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Interessengemeinschaft technische Hilfeleistung

Geschrieben von Florian Dürrbeck am .

Ausbildung Am vergangenen Samstag (23.07.2016) traf sich die "IG THL" zur Übung auf dem Betriebsgelände der Uhl-Bau GmbH in Höchstadt/Aisch.

Vom "normalen" Verkehrsunfall auf der Autobahn über Türöffnungen im häuslichen Bereich bis hin zu Tiefbauunfällen sind die Feuerwehren gefordert. Im Einsatzfall müssen taktische Fähigkeiten und das sichere Beherrschen des Geräts sitzen, egal ob kurz vor dem Abendessen oder morgens um zwei Uhr! Die IG THL wurde deshalb gegründet, um sich auf die immer komplizierter werdenden Einsätze im Bereich der technischen Hilfeleistung vorzubereiten und sich mit aktuellen Techniken vertraut zu machen.

Szenario der Übung war ein Unterfahrunfall unter einem LKW-Auflieger, der durch einen von der Firma Uhl bereitgestellten Container dargestellt wurde. Damit es für unsere Kameraden nicht zu einfach wurde, kam zusätzlich noch ein weiterer PKW zum Einsatz, der die Situation erheblich erschwerte. Im BMW befand sich noch eine Person auf dem Fahrersitz, während im Fiat eine Person auf der rechten Seite eingeklemmt war.

Fokus dieser Übung war jedoch nicht vordergründig das Retten der Personen, sondern das fachgerechte Sichern und Stabilisieren der Fahrzeuge. Dies ist unbedingt notwendig, um überhaupt zu den Patienten vordringen zu können.

Erster Schritt war das Sichern gegen Wegrollen der Fahrzeuge und das Abstützen des Containers, der leer auf ein Gewicht von etwa 3t kam und somit schwer auf den Fahrzeugen lastete. Schwierig gestaltete sich das Unterbauen des Containers, da schon allein hierfür der Großteil des Unterbaumaterials der beiden Fahrzeuge herangenommen werden musste.

Improvisation ist hier das Handwerk des Feuerwehrmannes!

Eingesetzt wurden das HLF 20/16 und der Rüstwagen 2. Zuerst sicherten wir den Container mittels sechs Baustützen ab, die jeweils eine Tragkraft von 55 kN haben. Gegen seitliches Wegrutschen setzen wir das StabFast XL System ein. Zusätzlich wurde ein Unterbau in Stellung gebracht, der aus einem mit Spanngurten verbundenen System bestand. Durch Anheben des Containers mittels sogenannter Büffelheber, befreiten wir die PKW’s von der Last des „Aufliegers“ und konnten so frei weiterarbeiten.

Anschließend stabilisierten wir das obere Fahrzeug mittels StabFast und entschlossen uns, die Rettung der Person im Fiat über das Heck durchzuführen. Hierbei wandten wir eine Art des "Roof-Sectionings" an, das ein teilweises Entnehmen des Daches besagt. Achsengerecht wurde daraufhin unser Kamerad mittels Spine-Board "Claustaler-Klausi" aus dem Fahrzeug befreit.

Nach Betrachtung der aktuellen Situation wurde entschieden, auch die Person im oberen Fahrzeug aus der sich aktuell darstellenden Lage zu befreien und kein Fahrzeug unter dem Container hervorzuziehen. Als beste Variante erschien uns die große Seitenöffnung, die bei 3-Türern etwas anders abläuft, als bei Fahrzeugtypen mit fünf Türen. Hierzu wird im Bereich der B – und C-Säule ein Einschnitt vorgenommen und der entsprechende Bereich nach unten geklappt. Jetzt konnte die Person durch die Seitenöffnung schonend gerettet werden.

Szenarien wie diese sind sicher nicht alltäglich… Doch bringen Sie einen sicheren Umgang mit den Ausrüstungsgegenständen und schaffen einen Blick für Wesentliches an der Unfallstelle.

Unser Dank gilt der Firma Uhl für die Bereitstellung des Firmengeländes und des Containers und der Firma Bauerreiß!



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