Drucken

Polizei stellt "Schießmännla" sicher

Geschrieben von Andreas Dorsch am .

Kormoran-Abwehr Ein Teichwirt vergrämte nicht nur die gefräßigen Vögel, sondern verärgerte auch die Bewohner von Kieferndorf.

Mit allen nur erdenklichen Mitteln versuchen Teichwirte, ihre Fischbestände vor den gefräßigen Kormoranen zu schützen. Manchmal schießen sie dabei im wahrsten Sinne des Wortes aber etwas über das Ziel hinaus.

Dieser Tage holten Polizei und Feuerwehr ein schwimmendes "Schießmännla" vom Kieferndorfer Weiher, nachdem das Landratsamt diese Art der Kormoran-Vergrämung nicht mehr tolerieren konnte. "Vom frühen Morgen bis in den späten Abend hinein kracht es den ganzen Tag", klagte ein Kieferndorfer im Gespräch mit dem FT In dem idyllisch gelegenen, kleinen Höchstadter Ortsteil hat man zwar Verständnis für die Kormoran-Bekämpfung, doch die Idee des Weiher-Pächters, eine von den Kieferndorfern zunächst liebevoll "Schießmännla" genannte Figur zu installieren, stieß auf wenig Gegenliebe. Die tägliche Knallerei rief die Polizei auf den Plan.

Knallende Vogelscheuche

"Wir haben uns die Konstruktion angeschaut und festgestellt, dass es keine Schießanlage ist, die dem Waffenrecht unterliegt", sagte gestern Höchstadts stellvertretender Polizeichef Gerhard Backert. Er spricht von einer "schwimmenden, knallenden Vogelscheuche, die in unregelmäßigen Abständen Böllerschüsse abgibt".

Der Erbauer hat sich durchaus etwas einfallen lassen. Aus einer Gasflasche strömte immer wieder Gas in ein Rohr, das in unregelmäßigen Abständen mittels einer elektronischen Zündvorrichtung gezündet wurde.

Grundsätzlich seien Böllerschüsse zur Kormoran-Abwehr nicht verboten. Weil in Kieferndorf aber die Interessen des Teichwirts mit denen der Anwohner kollidierten, schaltete die Polizei das Landratsamt ein. Die Behörde führte Messungen durch und entschied: Das Schießmännla ist zu laut.

Der Betreiber bekam die Auflage, die Knallerei zu unterlassen. Weil er dieser Aufforderung aber nicht nachkam, holten die Ordnungshüter den Kormoran-Vergrämer kurzerhand selbst aus dem Wasser. Was jetzt aus der Konstruktion wird, muss laut Gerhard Backert das Landratsamt entscheiden. Darauf wartet das Schießmännla auf einem Anhänger im Polizeihof.

Mit Ihrer weitergehenden Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Wenn Sie die Cookie-Einstellungen in Ihrem Browser ändern, sind bestimmte Funktionen möglicherweise nicht mehr verfügbar. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzerklärung, um weitere Informationen zu erhalten.
zur Datenschutzerklärung OK