Drucken

Feuerwehr kämpfte gegen Eis und Feuer

Geschrieben von Evi Seeger am .

Wohnhausbrand In Weiher bei Pommersfelden ist es zu einem Brand in einem Mehrfamilienhaus gekommen. Mehr als 100 Rettungskräfte waren bei Eiseskälte im Einsatz. Die drei Bewohner erlitten leichte Rauchgasvergiftungen.

Die Bewohner müssen vom Feuer völlig überrascht worden sein. Nach den Worten der Nachbarn rannten der 44-jährige Mann, seine 40-jährige Ehefrau und die 19-jährige Tochter in leichter Kleidung aus dem Gebäude. „Die standen unter Schock. Da spürst du die Kälte nicht mehr", sagte der Bruder des Eigentümers. Wie er und die Nachbarn berichteten, waren die Besitzer durch Rauchmelder aufgeschreckt geworden. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Eltern und die erwachsene Tochter im Gebäude, während der Sohn, der eine Ausbildung zum Koch macht, an seiner Arbeitsstelle weilte.

Feuerwehren, Polizei und Rettungsdienste wurden um 20.45 Uhr am Donnerstagabend alarmiert. Rund 100 Einsatzkräfte mühten sich, das Feuer unter Kontrolle zu bringen - und hatten dabei auch mit der eisigen Witterung zu kämpfen. Kreisbrandinspektor Reinhold Schumm teilte sich die Einsatzleitung mit dem Kommandanten der Feuerwehr Steppach, Jörg Raber. Die Steppacher Wehr war nach Aussage der Nachbarn auch als erste am Ort. Die Brandursache liegt noch völlig im Dunkeln. Laut Schumm ist das Feuer im ausgebauten Dachgeschoss ausgebrochen. Die Ausbreitung dürfte durch die vorhandenen „Fällböden" des alten Gebäudes begünstigt worden sein. Als Fällboden werden in alten Häusern Decken aus Holzbalken bezeichnet, die mit Lehm und Stroh ausgefüttert sind.

Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Höchstadt, Burgebrach, Röbersdorf und die vier Wehren der Gemeinde Pommersfelden - Steppach, Pommersfelden, Oberndorf-Weiher und Sambach. Außerdem war der zweite Zug aus Burgebrach mit den Wehren Unterneuses, Stappenbach und Oberharnsbach vor Ort. Da der Brand nach Worten von Schumm nur von außen bekämpft werden konnte, wurden die Drehleitern aus Höchstadt und Burgebrach eingesetzt.

„Wesentlich erschwert wurde die Brandbekämpfung durch die extreme Kälte", erklärte Jörg Raber. Zum Zeitpunkt der Alarmierung wurden 11 Grad minus, später in der Nacht sogar 16 Grad verzeichnet. Ähnliches hatte der Steppacher Kommandant erst einmal bei einem Brand in Steppach erlebt, „wo die Schläuche hart wie Stangen gefroren waren". Das Wasser müsse deshalb immer laufen, erklärte Raber. Die Kleidung der Einsatzkräfte habe sich durch das Wasser und die hohe Luftfeuchtigkeit in regelrechte „Eispanzer" verwandelt. Ein paar Schläuche habe man auch austauschen müssen.

Bei dem Gebäude handelt es sich um die ehemalige Gastwirtschaft des kleinen Ortsteils. Wie alt das vordere, an der Straße liegende Gebäude ist, wusste niemand zu sagen. Es dürfte aber aus den Anfängen des vorigen Jahrhunderts stammen. Vor etwa 20 Jahren hatten die Besitzer das alte Haus mit einem Anbau erweitert. Er dürfte nach dem Brand jedoch ebenso unbewohnbar sein wie der alte Gebäudeteil. Die Familie könne vorerst in der leer stehenden Wohnung eines Nachbarhauses unterkommen.

Am Freitagmittag war der Einsatz nach Rabers Worten „offiziell noch nicht beendet". Feuerwehrleute mit Atemschutz waren im Gebäude um eventuelle Glutnester aufzustöbern. Die Kriminalpolizei hatte bereits Ermittlungen aufgenommen. Die Hausbewohner befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch im Kreiskrankenhaus Burgebrach.


Fotos: Ronald Rinklef

Mit Ihrer weitergehenden Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Wenn Sie die Cookie-Einstellungen in Ihrem Browser ändern, sind bestimmte Funktionen möglicherweise nicht mehr verfügbar. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzerklärung, um weitere Informationen zu erhalten.
zur Datenschutzerklärung OK