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Acht Verletzte bei Unfall auf der A3 bei Klebheim

Geschrieben von Bernhard Panzer (ft) am .

Unfall Auf der A3 bei Klebheim werden acht Menschen verletzt, darunter zwei Frauen schwer. Sechs Fahrzeuge waren beteiligt. Ein Lastwagen war auf einen Opel Corsa aufgefahren. Die Feuerwehr dankt den couragierten Ersthelfern.

Acht Verletzte, sechs Fahrzeuge, eine über mindestens zwei Stunden gesperrte Autobahn und lange Staus auch auf den Umleitungsstraßen - das ist die Bilanz einer Mehrfachkollision, die sich am Dienstag kurz nach 10 Uhr auf der A3 in Höhe von Klebheim ereignete. Zum Unfallzeitpunkt floss der Verkehr eher zäh, weiter vorne bei Heßdorf gab's Stau.

Den Einsatzkräften bot sich ein schlimmes Bild: Mehrere Fahrzeuge standen ineinander verkeilt quer über beide Fahrspuren in Richtung Nürnberg. Insgesamt vier Autos und zwei Lastwagen waren an dem Unfall beteiligt, den offenbar einer der Lkw verursacht hatte. Laut Polizei fuhr er aus ungeklärter Ursache auf einen Opel Corsa auf. Darin saßen zwei Frauen, die eingeklemmt und schwer verletzt wurden. Weitere sechs Personen erlitten laut BRK leichtere Blessuren.

Offenbar hatte der Lkw-Fahrer nach dem Auffahren auf den Corsa seinen Brummi nach links gelenkt, wodurch noch ein Nissan und ein VW Golf an der Kollision beteiligt wurden. Der Corsa hatte zuvor noch einen Kleintransporter gerammt, der wiederum gegen einen 40-Tonner stieß. Der Gesamtschaden wurde nach ersten Schätzungen der Polizei auf 70 000 Euro beziffert.

Warnblinklicht und Notruf

Eine Frau aus Höchstadt war eine der ersten, die an der Unfallstelle eintrafen. "Ich hab die Bremslichter gesehen", schildert sie ihre Beobachtung. "Dann zog ein Lkw nach links und schon hat's gekracht." Die 41-Jährige reagierte spontan und richtig. "Ich hab‘ nur noch schnell gebremst und das Warnblinklicht eingeschaltet", sagt sie. Und den Notruf gewählt und alles geschildert.

Vorbildlich, so berichtet später Reiner Kugler von der Feuerwehr Höchstadt, habe die Frau gehandelt. Sein ausdrückliches Lob galt auch den weiteren Ersthelfern, die schnell und verantwortungsvoll geholfen hatten. Da war ein Mann aus Frankfurt beispielsweise, der half, eine eingeklemmte Frau zu versorgen. Oder die Lastwagenfahrer, die versuchten, die Türen des demolierten Kleinwagens mit einer Brechstange aufzuwuchten. Beim Besorgen des Werkzeugs hatte die Höchstadterin geholfen. "Ich habe die Lastwagen abgeklappert", sagte sie. Ein Handwerker aus dem Landkreis Bamberg stellte seinen Verbandskasten zur Verfügung.

Ihren Anteil an der schnellen Versorgung der Verletzten hatten auch Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Erlangen. Sie befanden sich zufällig in der Nähe des Unfallorts. Einer hörte, auf einem Parkplatz an der gegenüberliegenden Seite stehend, einen dumpfen Schlag. "Wir wissen sofort, was das ist", sagte er. Nur zehn Minuten zuvor hatte es nämlich drüben schon "gescheppert". Also fuhren sie hin, sahen schnell das erste der beteiligten Fahrzeuge, und entdeckten auch gleich Rauch aus dem Blechknäuel der anderen verkeilten Karossen. Erste Befürchtungen, es würde brennen, bestätigten sich nicht. Offenbar war heißes Kühlerwasser die Ursache, vermutete auch der Kommandant der Höchstadter Feuerwehr, Wolfgang Glotz. Er leitete den Einsatz.

Rettungsgasse

Drüben, in Unfallrichtung, hatte sich schon ein langer Stau gebildet. Die Fahrer bemühten sich, eine Rettungsgasse einzuhalten, was vom stellvertretenden Rettungsdienstleiter Thomas Heideloff im Pressebericht gelobt wurde. "Die Rettungsgasse wurde vorbildlich eingehalten, so dass die anrückenden Hilfskräfte gut die Einsatzstelle erreichen konnten", schreibt er.

Mit Gelblicht war das zuvor auch den vier Männern der Autobahnmeisterei gelungen. Unter ihnen befanden sich zwei gut ausgebildete ehrenamtliche Sanitäter, einer ist Zugführer beim BRK. So klappte die erste Hilfe vor Ort wirkungsvoll, bis die alarmierten Rettungskräfte die weitere Arbeit übernahmen.

Feuerwehrmann Reiner Kugler ist sicher: Die schnelle Hilfe der Verkehrsteilnehmer habe beigetragen, schlimmere Folgen zu verhindern. Dieses Lob teilt sein Kommandant. Diese vorbildliche Verhaltensweise sollte kein Einzelfall bleiben.

Und trotzdem blieb der heftige Unfall nicht ohne schwere Folgen. Acht Personen wurden verletzt, darunter zwei schwer. Bei ihnen handelte es sich um die in ihrem Opel Corsa zunächst eingeklemmten Frauen. Bei der Beifahrerin könne Lebensgefahr nicht ausgeschlossen werden, hieß es am Nachmittag von der Polizeipressestelle Mittelfranken. Nicht auszudenken aber, wenn der Kleinwagen direkt zwischen zwei Lastwagen geraten wäre. Solche Bilder kennt Glotz von anderen Unfällen, die sich vor nicht allzu langer Zeit auf der gleichen Autobahn ereigneten.

Die Feuerwehr aus Höchstadt hatte fünf Fahrzeuge entsandt, auch die Adelsdorfer Wehr rückte mit einem Fahrzeug an. Des Weiteren waren Kreisbrandrat Harald Schattan und sein Nachfolger Matthias Rocca aus Herzogenaurach vor Ort.

Rettungshubschrauber

Auch der Rettungsdienst hatte ein stattliches Aufgebot an Fahrzeugen und Einsatzkräften entsandt. Sowohl ASB als auch BRK waren im Einsatz. Im Pressebericht spricht Thomas Heideloff von sechs Transportwagen und drei Notärzten. Zu Hilfe gerufen wurde auch der Rettungshubschrauber Christoph 20 aus Bayreuth. Der hatte einen Patiententransport nach Erlangen beendet und wollte gerade zurückfliegen, als die Alarmierung erfolgte, wie Pilot Gerhard Loh sagte. Er flog eine der beiden schwer verletzten Frauen in das Südklinikum nach Nürnberg, die andere wurde nach Erlangen gebracht. Die restlichen Verletzten wurden auf Krankenhäuser in Höchstadt, Fürth und Erlangen aufgeteilt.


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