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Höchstadter Realschüler lösen Großeinsatz aus

Geschrieben von Andreas Dorsch am .

Großeinsatz Notarzt, Feuerwehr und Polizei wollen sich nicht festlegen, was die Ursache für die schwächelnden Höchstadter Realschülerinnen sein könnte. Elf Mädchen zeigten nach einem 800-Meter-Lauf Ausfallerscheinungen.

War die Ursache eine Vergiftung oder einfach Überanstrengung? Eine definitive Antwort auf diese Frage konnte oder wollte am Donnerstag niemand geben. Tatsache ist jedenfalls, dass elf Schülerinnen einer neunten Klasse der Höchstadter Realschule am Vormittag über Atemnot und Reizhusten klagten und vom Rettungsdienst versorgt wurden. Neun Mädchen wurden vorsorglich zur Untersuchung in Kinderkliniken nach Erlangen und Bamberg gebracht.

Lauf abgebrochen

Die Neuntklässlerinnen waren zum Sportunterricht am alten TSV-Gelände am Kellerberg aufgebrochen, um auf der 400-Meter-Bahn zwei Runden zu laufen. Wie Schulleiterin Jutta Romeis am Nachmittag in einem Elternbrief verlauten ließ, klagten Schülerinnen bereits während des Laufs über Kreislaufbeschwerden und Atemnot.

Die Lehrerin habe daraufhin den Lauf abgebrochen und die Schülerinnen zurück zur Turnhalle der Realschule geführt. Als in der Umkleidekabine weitere Schülerinnen über ähnliche Symptome klagten, wurde ein Notruf abgesetzt.

Kein Gift festgestellt

Weil man zunächst eine Vergiftung - eventuell auch durch Gas - vermutete, rückten innerhalb kürzester Zeit ein Großaufgebot an Sanitätsfahrzeugen und mehrere Züge der Höchstadter Feuerwehr an der Realschule an. Schnell hatten die Experten der Feuerwehr mit ihren speziellen Messgeräten festgestellt, dass die Ursache nicht in der Schule liegen konnte. Daraufhin wurde der Weg zum Sportplatz und das TSV-Gelände nach Giftstoffen, Gasaustritten und möglichen anderen Ursachen für die Beschwerden untersucht.

Auch das Gartenbauamt der Stadt wurde eingeschaltet. Gartenbautechniker Hermann Zehn fand aber ebenso keine Anhaltspunkte für die Beschwerden der jungen Damen wie die Feuerwehr. "Gas oder andere Giftstoffe hätten wir nachweisen können", erklärte Höchstadts Feuerwehrkommandant Wolfgang Glotz, "definitiv nichts".

Spix-Schüler ohne Befund

Auch die Polizei war natürlich in den Vorfall involviert. "Die Ursache ist auch nach unseren Ermittlungen völlig unklar", sagte Höchstadts stellvertretender Polizeichef Gerhard Backert. Nach Ermittlungen der Beamten sei am Vormittag auch eine Klasse der Spix-Mittelschule auf dem Gelände gewesen, bei den Spix-Schülern habe es aber keine Beschwerden gegeben.

Alle wieder wohlauf

Den Einsatz der Rettungsdienste koordinierte vor Ort der Leitende Notarzt Prof. Michael Schroth. "Allen Schülerinnen geht es inzwischen wieder gut", erklärte er am Nachmittag auf Anfrage unserer Zeitung. Die Mädchen seien auch alle wieder zu Hause.

Die Ursache für die Symptome bleiben für ihn auch nach Rücksprache mit den Kliniken weiterhin unklar. Festlegen wollte sich Schroth, der selbst Chefarzt einer Nürnberger Kinderklinik ist, nicht. Er könne aber auch eine einfache Überanstrengung klinisch nicht ausschließen, räumte er ein.

Wie unsere Zeitung in Erfahrung brachte, sei es nach dem 800-Meter-Lauf einigen Mädchen schlecht geworden. Drei sollen sich hinterher übergeben haben, eine Starterin bereits während des Laufs. Andere seien umgekippt, am Boden gelegen und ihnen sei schwarz vor Augen geworden. Vor dem 800-Meter-Lauf habe angeblich niemand über Beschwerden geklagt.


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