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Danke, Leonhard!

Geschrieben von KBM Stefan Brunner, Pressestelle KFV ERH e.V. am .

Trauer Mit zahlreichen Fahnenabordnungen und einem langen, von Uniformblau geprägten Trauerzug verabschiedete sich eine große Anzahl von Feuerwehren aus dem Landkreis von Ehrenkreisbrandinspektor Leonhard Schell, der am 26. August nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren verstorben war. Neben zahlreichen aktiven Mitgliedern der Kreisbrandinspektion, der Feuerwehren und der Hilfsorganisationen der Region erwies auch eine große Zahl von Ehrenführungsdienstgraden dem Toten die letzte Ehre.

Den Trauergottesdienst in der vollbesetzten Pfarrkirche St. Georg zelebrierte Dekan Kilian Kemmer, der den Verstorbenen als äußerst gläubigen Menschen charakterisierte: Schon im Alter von 12 Jahren habe er nach dem Tod des Vaters auf dem elterlichen Bauernhof große Verantwortung übernehmen müssen. Sein Tun und Handeln sei stets von wohlüberlegten Entscheidungen und Hilfsbereitschaft geprägt gewesen. Und eben diese Eigenschaften seien ihm nicht zuletzt auch im Feuerwehrdienst zu Gute gekommen. Aber auch aus der Pfarrgemeinde sei er nicht wegzudenken gewesen, unter anderem wurde er nach dem 2.Vatikanischen Konzil zum ersten Pfarrgemeinderatsvorsitzenden der Pfarrei St.Georg gewählt. Der Ehefrau von Leonhard Schell, die ihren Mann zuletzt ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit jahrelang zu Hause gepflegt hatte, zollte er höchsten Respekt und Anerkennung.

Landrat Alexander Tritthart erinnerte in seiner Ansprache im Namen des Landkreises und der Kreisbrandinspektion an die Leistungen des Verstorbenen im Feuerwehrdienst. Bereits 1951 sei er der Feuerwehr Höchstadt a. d. Aisch beigetreten, der er ab 1962 als 1.Kommandant vorstand. In seine Amtszeit fielen der Neubau des Feuerwehrgerätehauses und die Erneuerung des Fuhrparks. Bei kirchlichen Prozessionen trug er die Vereinsfahne. Zeitgleich war er zum Kreisbrandmeister bestellt, bevor er von 1988 bis 1993 als Kreisbrandinspektor eingesetzt wurde. Vor allem die Zusammenarbeit der Wehren untereinander lag ihm dabei besonders am Herzen. Zahlreiche hohe Auszeichnungen wurden ihm für sein unermüdliches Wirken zuteil. Der Landkreis Erlangen-Höchstadt und seine Feuerwehren werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

1. Bürgermeister Gerald Brehm betonte, Leonhard Schell sei mit Leib und Seele, besonders aber mit Herzensnähe Feuerwehrmann gewesen. Viele Menschen verdankten ihm ihr Leben, daneben habe er als umsichtiger Einsatzleiter große Sachwerte bewahrt. Er habe ehrenamtlich unzählige Stunden zum Wohl seiner Heimatstadt Höchstadt a. d. Aisch erbracht, wofür er mit der Ehrenspange der Stadt ausgezeichnet worden war. „Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen der Mitmenschen“ – diesen Spruch aus dem Totenbildchen griff Brehm auf und betonte, dass die Stadt Höchstadt das Andenken an den Verstorbenen in diesem Sinne bewahren werde.

Tief bewegt nahm 1. Kommandant Wolfgang Glotz in seiner Ansprache Abschied von seinem Amtsvorgänger und dankte ihm für sein unermüdliches Wirken, das nur möglich war, weil auch seine Familie hinter seinem Ehrenamt stand. So habe seine Ehefrau bei Einsätzen immer darauf gewartet, dass er gesund heimkomme, was tatsächlich einmal nicht der Fall gewesen sei, als er sich bei einem Einsatz verletzt habe.

Unter Glockengeläut bewegte sich dann ein nicht enden wollender Trauerzug zum Friedhof, angeführt vom Trommler des Feuerwehr-Spielmannszugs Höchstadt a. d. Aisch und dem Fahnenblock der Feuerwehren.

Eine Ehrenformation der Feuerwehr Höchstadt brachte dann den Sarg mit dem Verstorbenen durch ein langes Spalier von Einsatzkräften zu dessen letzter Ruhestätte, wo der Spielmannszug nach der Beisetzung mit leisen Tönen das Lied „Ich hatt´ einen Kameraden“ intonierte, bevor seitens des Kreisfeuerwehrverbandes Erlangen-Höchstadt und der Heimatwehr zwei Kränze niedergelegt wurden.

Bilder und Text: KBM Stefan Brunner, Pressestelle KFV ERH e.V.