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Tanklöschfahrzeug TLF 15

Geschrieben von Roland Amon am .


Nach einigen Verhandlungen zur Finanzierung

und letztendlich deren Sicherstellung eines

neuen Löschfahrzeuges gab es ein weiteres Problem.

Die Stadträte wollten einen Mercedes, die Feuerwehr

einen MAGIRUS. Am Ende konnte die Feuerwehr sich

durchsetzen und ein Tanklöschfahrzeug,

Fahrgestell Klöckner Humboldt Deutz A3500

mit Magirus Aufbau wurde beschafft.

 

Das Fahrzeug ist nach der Entschließung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 27.3.1954 Nr. ɪ A1-3750 a2 ausgeführt und auch als „Einheitstanklöschfahrzeug Typ Bayern“ bekannt. Wie damals üblich hatte das Fahrzeug als Signaleinrichtung zwei blauen Kennlichter nach vorne und ein Stösselwecker (auch Rasselwecker oder Motorkugelwecker). Die Amerikanische Besatzungsmacht zeigt sich durch die in der Dachmitte angebrachte Sirene mit rotem Blinklicht sowie dem ersten Kennzeichen „AB 680-766“ wobei AB für Amerikanische Zone Bayern steht. Diese Warneinrichtungen waren stillgelegt und sind jetzt für Treffen von historischen Löschgeräten und -fahrzeugen wieder aktiviert worden. Der Stösselwecker ist leider nicht mehr aufzufinden. Die beiden blauen Rundumkennleuchten und das Horn für das Sondersignal wie es bis dato bei BOS Fahrzeugen verwendet werden wurden nachträglich angebracht. Um weiteren Stauraum zu erhalten wurde ein Dachkasten im Eigenbau montiert. Im Auslieferungszustand war das Fahrzeug nur mit Winkern ausgerüstet. Blinker wurden nach Änderung der StVO von 1956 nachgerüstet.



Fahrgestell:
Hersteller: Klöckner Humboldt Deutz
Baujahr: 1954
Erstzulassung: 03. November 1954
Fahrgestell: A3500
Motor: F6L 614
Hubraum: 7927 ccm
Leistung KW/PS: 92/125 bei 3500 U/Min
Geschwindigkeit: 75 km/h
Typenschild Fahrgestell:
Typ: TLF 15 A
Fahrgestellnummer: 19317/11
Baujahr: 1954
zul. Gesamtgewicht: 9200 kg
zul. Achsdruck vorn: 3000 kg
zul. Achsdruck hinten: 6200 kg
Typenschild Motor:
Motor: F6L 614
Motor –Nr.: 1637452-57
Rahmennummer:
Nummer: 19317/11
Typenschild Pumpe:
Hersteller: MAGIRUS/Ulm
Pumpe Typ: PM615
Fabrik Nr.: 33014
Q: 1500 l/min
H: 80 mWS
n Pumpe: 4200 U/min
n Motor: 2134 U/min
i: 1:1,6 / 1:1,23
Aufbau:
Hersteller: MAGIRUS/Ulm
Ausführung: TLF15/53 Typ Bayern
Aufbau-Nr.: 9967/47
Besatzung: 1/5 (lt. Entschließung Vorn 2-3, Hinten 4 Sitzplätze)
Tankinhalt: 2400 l
Pumpenleistung: 1600 l bei 8 bar
Besonderheiten: Offener Pumpenstand
Dachstaukasten (Eigenbau)
Dienstzeit/Besitzer:
In Dienst gestellt: 11/1954
In Dienst bis: Gelegentlich noch 2. Abmarsch / Einsatzreserve
Besitzer: Freiwillige Feuerwehr Höchstadt a. d. Aisch

Gemeinschaftsübung mit der FF Herzogenaurach und Erlangen auf dem Marktplatz in Höchstadt a. d. Aisch
Auch ein namhafter Süßwarenhersteller konnte sich diesem historischem Jahr nicht verschließen.

Prolog zur Fahrzeugweihe des Tanklöschfahrzeuges TLF 15
von Frau Gunda Völlner Anno 1954.

Wir grüßen Euch herzlich Ihr lieben Gäste
zu unserem schlichten heutigen Feste!
Ihr fandet Euch alle im frohen Verein
zur Weihe des Tanklöschfahrzeugs ein.
Wir nehmen an, Ihr seid alle Kenner
der Sorgen der Höchstadter Feuerwehrmänner:
Die Kalamität wurde immer grasser,
denn zum Löschen (des Feuers!) da braucht man Wasser
und ganz zuerst Geld - wir mußten anbandeln
mit Land- und mit Stadtrat; es gab ein Verhandeln,
der eine zog hin der andre zog her,
zuletzt siegte: Die Höchstadter Feuerwehr!
Als endlich der Kostenpunkt ward erledigt,
da hörten wir gleich eine andere Predigt;
es machte die Frage uns viel Verdruß:
Mercedes-Benz oder Magirus?
Die Feuerwehr hatte "Magirus" entschieden,
doch um stets zu wahren den inneren Frieden
hat man dann auch noch den Stadtrat gefragt
und der hat - natürlich - Mercedes gesagt!
Da meinten die Wehrleute: "Das ich nicht lache,
die Feuerbekämpfung ist unsere Sache;
die Stadträte löschen fast alle nicht mehr
(wenigstens nicht bei der Feuerwehr!)"
Die Wehr weiß genau, wie man "Hochdruck" erreicht
und hat dies nun deutlich dem Stadtrat gezeigt.
Der ließ sich dann auch eines bessern belehren
und ließ die Magirusleute gewähren!

Aber die Stadtväter sannen auf Rache
und hatten Glück bei der nächsten Sache;
als das Uniform-Spendengeld traf ein,
da schauten die Wehrleute wehmütig drein,
denn der unergründliche Stadtratssack
verschlang den neuen Feuerwehrfrack!
Doch ein richtiger Höchstadter Feuerwehrmagen
kann auch eine bittere Pille vertragen
und so blieb die Wehr dennoch groß und stark;
sie geht nicht bankerott wegen 1000 Mark!
Weil es beiderseits aber ein Pyrrhussieg,
ward beendet der Tanklöschfahrzeugkrieg
und es singen mit Schmelz wieder feurige Lieder
gemeinsam die ehemals "feindlichen Brüder";
sie bilden heut, wenn ichs bei Licht beseh,
in verkleinertem Maßstab die "E V G"

Nun steht Ihr am Ziel – Euer zähes Schaffen
bescherte Euch neue Feuerwehrwaffen.
Doch löschet in Zukunft Ihr sicher und schnell,
denkt an Bürgermeister Herrn Anton Schell,
an des Landrats Vertreter und des Stadtrates Schar
(auch wenn sie nicht immer uns gleichgesinnt war!)
und nicht zuletzt hat das Werk geschafft
unsre rührige Feuerwehr-Vorstandschaft.
Drum Dank Ihnen allen! Wir wollen versprechen,
daß nie unsrer Sache die Treue wir brechen.
Soweit unser frohes Auge schaut,
laßt unseren Wahlspruch ertönen laut:

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!
"Hoch lebe die Höchstadter Feuerwehr!!"


Der „Alte Tanker“ auf Fahrt bei Treffen von historischen Löschgeräten
und Löschfahrzeugen oder als Fotomotiv.

Als Fotomotiv bei der Hochzeit des Kameraden Emmerich
16.8.2009 im Schwäbischen Welzheim, ein Treffen mit über 100 Geräten und Fahrzeugen
19.6.2010 Treffen zum 150. Jubiläum in FF Bamberg bei der Abfahrt vom Domplatz
20.6.2010 In der Daimlerstadt Schorndorf

1. Thüringisch-Sächsisch-Fränkisches
OLDTIMERTREFFEN FEUERWEHR Weißenbrunn-Rödental 19.Sep.2010
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